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Kultur von Georgien
 
Folklore
 
Jede Kultur, als historisch gebildetes Phänomen ist das Ergebnis einer sorgfältigen Auswahl der Traditionen und Ausdrucksmittel und schafft ein vollkommendes künstlerisches System. Zur gleichen Zeit hat jede Kultur immer eine nationale Färbung. Deshalb ist der Schatz der Weltkultur so vielfältig und bunt. Der Weg der Entwicklung einer Kultur ist so kompliziert und voll mit den Hindernissen, dass nicht alle Nationen diesen Weg erfolgreich gehen können. Einige der Völker haben ihre Identität verloren und in eine andere Kultur verschmolzen, manche sind spurlos verloren.
Die Georgier gehören zu den Zahlen der alten Völker, die trotz der schwersten historischen Kataklysmen, nicht nur ursprüngliche Kultur geschaffen, sondern sie über die Jahrhunderte bewahrt haben.

Seit der uralten Zeiten zog das Land des goldenen Vlieses immer die Eindringlingen und darunter die Argonauten. Hier blühten die mythischen Garten der Hekate und es war die Heimat der kultivierten Weinrebe der Medea und Amiran (der Prototyp des Prometheus) . Natürlich gibt es eine Frage: Wie kommt es, dass dieses kleine Volk sich gegen die verheerenden Stürme während seiner Geschichte verteidigt hat, wenn die größten Zivilisationen und die mächtigsten Imperien zerstört worden sind? Die Antwort auf diese Frage ist in der Besonderheit der Psyche der Georgier, in ihren grenzenlosen Liebe zu ihrer Heimat, in ihren Liebe für die Freiheit und ihren Selbstopferung, in ihrem Optimismus, in ihrem großen Lust die kulturellen Leistungen, Bräuche und Traditionen ihrer Vorfahren zu retten und zu erhalten, zu suchen.

Die alte georgische Kunst und Folklore haben die Spuren in die Tiefen der Jahrtausende. Die Denkmäler der materiellen Kultur, die bei archäologischen Ausgrabungen gefunden worden sind(3-2 Jahrtausend v. Chr.) _ mythologische Grundstücke gemalt oder graviert auf Schiffen in verschiedenen Formen, Musikinstrumenten und skulpturalen Porträts von Musikern, Tänzern und so weiter, zeigen ein hohes Maß an das künstlerische Denken der Menschen. Zusammen mit den archäologischen Funden zeigen auch die antiken schriftlichen Denkmäler die Existenz von epischen, lyrischen und dramatischen Formen und die Vielfalt der Genres in der archaischen Schichten der georgischen Folklore.

Es ist zweifellos, dass die in Georgien gefundene Musikinstrumente ( aus dem 3. Jahrtausend, ein Saiteninstrument "Changi", "Salamuri" - ein Rohr mit drei Grifflöcher, das auch heute Hirte benutzen), eine Bronzefigur aus Stepantsminda mit einem Fünf-saitige Lyra in der Hand, usw.) mit unterschiedlichen Aspekten mit der Folklore verbunden sind, nämlich mit festlichen Zeremonien, Theatervorstellungen, Kult und rituelle Tänzen, die Leistung der Ballade oder epischen Schöpfungen. Auch die schriftliche Denkmäler zeigen die Vielfalt des Folklore Genres. "Heitere Lieder" waren in Georgien weit verbreitet. Nach der alten griechischen Geschichtsschreiber Xenophon (4 Jh. v. Chr.) waren Marschlieder und rituellen Reigen der georgischen Herkunft. Wir möchten hier auch erwähnen, dass nach dem gleichen Historiker die Vertreter der georgischen Stämme Diauchen in der griechischen Gefangenschaft Selbstmord begangen. Es ist ziemlich schwierig jetzt nichts über die poetischen, musikalischen oder choreographischen Aspekten der oben genannten Schöpfungen zu sagen. Aber die Marschlieder und eine Art des Reigens - "Perchuli" - in verschiedenen ethnographischen Teilen Georgiens noch erhalten sind. Die bemerkenswerteste sind auch einige Fragmente des "Amiraniani".

Das Epos "Amiraniani" ist das älteste Denkmal der georgischen Mythologie. Amiran war ein Held, der gegen die bösen Kräfte der Natur widergestanden und die Menschheit das Feuer gebracht hat. Deshalb ist er bestraft und an einen Felsen im Kaukasus gekettet worden. Einige Szenen der Jagd-Epos "Bail Betkil" und "Lemchil" sind bis heute erhalten. Einige Wissenschaftler glauben, dass der "Perkhuli" Marsch muss ein Echo der "Amiraniani" Epos sein.

 

Folklore und Tänze
 

Es ist bekannt, dass das Genre des Epos als Quelle wahre älteren Legenden und Parabeln hatte. Und wenn wir darauf achten, dass die Texte der Klagelieder mit dem Kult der Toten verbündet sind(die Beschreibung des Lebens eines Verstorbenen, seinen heroischen Taten usw.), so werden wir leicht erkennen, dass eine der Quellen des Epos Genre mit Klagen in Verbindung steht.

 

Das georgische Epos war oft mit theatralischen Shows kombiniert. Z.B es gab und auch heute gibt es solche Vorstellungen, wie "Berikaoba" und "Qeenoba", in denen Gesang, Tanz, Mimik Poesie, Instrumentalmusik, Gesten usw. kombiniert sind.

In georgischen Dörfern kann man auch heute Zaubersprüche, Gesänge und Rituale, Hymnen und Reigen, magische heilende Gesänge und zeremonielle Aktivitäten sehen und hören. Natürlich stehen solche Aktivitäten mit der heidnischen Zeit in Verbinden . Es ist bemerkenswert, dass die Art und Rolle dieser heidnischen Gesänge und Rituale in der georgischen Leben bis zum letzten Periode fast die gleiche war, wie vor vielen Jahrhunderten. Deshalb haben sie die ursprüngliche Form bis heute erhalten. Es ist überhaupt nicht schwierig, ein winziges Stück Land, umgegeben von hohen Bergen vorzustellen, in dem einige Dutzende von Menschen am Erscheinen der ersten Sonnenstrahlen gesammelt wurden und mit ihren kraftvollen Stimmen eine wunderbare Hymne sangen und den Reigen ritualisierten. Das beschriebene Bild ist ein Fragment aus einem heidnischen Ritual "Lile", die mit dem Kult der Sonne verbunden war.

In der Geschichte der Folklore das wichtigste ist die Zeit und die Phantasie der Menschen. Georgische Folklore ist reich an beiden Bestandteilen.
Die georgische Nation, die kulturellen Beziehungen mit den Zentren der antiken Zivilisationen hatte, nutzte die Leistungen jener Zivilisationen kreativ, aber zur gleichen Zeit schuf und gab reichlich ihre eigenen kulturellen Errungenschaften. Das ist zuerst durch die Einheit der Nation gelungen. In dieser Hinsicht nimmt die georgische Volkskunst einen ehrenvollen Platz in der Geschichte der Weltkunst und -kultur.

 

Georgische Tänze
 

Die Schönheit und Ausdruckskraft des georgischen Tanzes hat seinen Ursprung wahrscheinlich in der Spiegelung vieler unterschiedlicher Aspekte des Georgischen Lebens. Sie erlauben eine Reflexion über Rituale, die tägliche Arbeit, Spiele und darstellende Tänze. Die Einführung des Christentums im 4. Jh. und das gleichzeitige Überleben heidnischer Traditionen in abgelegenen Gebirgsregionen haben den georgischen Tanz beeinflußt. Es gibt eine formale Trennung in Solo-, Paar- und Gruppentänze. Jeder Tänzer hat seinen Platz in dem ganzen Tanz und ist ein Bestandteil der Gesamtheit. Gleichzeitig verlieren die Darsteller jedoch nicht ihre Individualität. Viele Tänze verlangen den Wettbewerb zwischen den Partnern, verlangen das Messen der Kräfte ihrer Stärke, Beweglichkeit und Sprungkraft.
Auch die Rolle der Tänzerinnen ist von wichtiger Bedeutung. Frauen versuchen im Spiel nie die offene Aufmerksamkeit des Partners auf sich zu ziehen - als ob sie nicht die Absicht hätten, von ihm wahrgenommen zu werden. Ihre Kunst ist eine Mischung des Selbstbewußtseins, des Wissens um ihre Schönheit und ihrer unwiderstehlichen Anziehungskraft. In den vergangenen 20, 30 Jahren hat sich in den Volkstänzen eine Entwicklung vollzogen, was die Muster der Frauentänze anbetrifft. Sie sind lebensnäher und energischer geworden, ohne die Wurzeln der Traditionen zu verlieren. Auch die Tänzer können auf lange eingeführte Traditionen zurückgreifen. Sie tanzen, wie überall in der Welt auf den Spitzen. Im männlichen Spitzentanz unterscheiden sich 10 verschiedene Bewegungen. Die wichtigsten sind das Stehen, die Drehung und der ein- oder zweibeinige Sprung auf der Spitze, mit gespreizten und gekreuzten Beinen.
Im Tanz der Frauen ist dagegen der Spitzentanz unbekannt. Tänzerinnen bewegen sich mit kleinen leichten Schritten. Ihre langen Gewänder verbergen die einzelnen Schritte, so daß eine gleichmäßige, fließende Bewegung entsteht. Wichtige Elemente sind Drehungen. Es gibt Unterschiede zwischen langsamen Drehungen und dem wilden Wirbel einer ungestümen Wendung im männlichen Tanz. Das Gemeinsame in den männlichen und weiblichen Tänzen ist das, daß der Rücken stets unbeweglich bleiben soll, während Arme und Beine in Bewegung sind.
Je schneller die Füße der Männer fliegen, um so fester bleibt der Körper auf der Stelle. Die Arme der Tänzer bewegen sich wesentlich anders als die der Frauen.
In vielen Tänzen geben die Arme den Rhythmus des Tanzes an, im Zusammenspiel mit den Mustern des Tanzes. In Abhängigkeit von Charakter und Inhalt des Tanzes mag die Bewegung der Arme mal abrupt und mal fließend sein, aber immer klar gezeichnet und voll mit der Ausdruckskraft. Die Bewegung der Arme der Frauen ist gekennzeichnet von runden Bewegungen der Hände. Arme und Finger haben eine starke Ausdruckskraft und Grazie. Sie zeigen die Stärke und zahlreiche Emotionen der Tänzerin. Die Musik des georgischen Tanzes wird auf klassischen Instrumenten der Volksmusik gespielt.

     
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